Es gibt unzählige Dinge die ein Video besser ausdrückt als Bilder oder Texte. Seien es die neuen 3D-Effekte einiger Compiz-Erweiterungen oder Anleitungen zu irgendwelchen Programmen. Mit recordMyDesktop lassen sich relativ einfach solche Aufnahmen vom Bildschirm erstellen.
Von recordMyDesktop gibt es zwei Versionen, eine Variante für die Kommandozeile und zwei für die grafische Oberfläche (eine für GTK/Gnome und eine für Qt/KDE). Vom Aufbau und der Bedienung her unterscheiden sich die beiden grafischen Varianten allerdings kaum.
Benutzung:
Das ist das Hauptfenster von recordMyDesktop. Links ist ein Vorschaubild, das den Bildschirm zeigt wie er im Moment aussieht (mit einer kleinen Verzögerung). Wenn man nur einen Bereich des Bildschirms aufnehmen möchte kann man diesen einfach in dem Vorschaubild auswählen. Gerade Benutzer mit älteren Rechnern sollten hiervon Gebrauch machen, denn um so kleiner der Bereich ist den das Programm aufzeichnet, um so weniger Rechenleistung/Speicher wird benötigt.
Die Schaltflächen am unteren Rand des Fensters sind eigentlich selbsterklärend. Mit Select Window kann festgelegt werden das nur ein bestimmtes Fenster aufgezeichnet werden soll. Record startet die Aufnahme und unter Save As kann man festlegen wo, unter welchem Namen und in welchem Format die Aufnahme gespeichert werden soll. Quit beendet das Programm.
Unten rechts im Infobereich befindet sich nun auch ein kleiner roter Kreis. Mit einem Klick auf diesen kann eine neue Aufnahme gestartet werden. Er verwandelt sich dann in ein blaues Rechteck, ein Klick darauf beendet die Aufnahme. Außerdem gibt es noch zwei sehr nützliche Tastaturkürzel: Strg+Alt+p pausiert die Aufnahme/nimmt weiter auf, und Strg+Alt+s beendet die Aufnahme.
Auf der rechten Seite befinden sich zwei Schieberegler mit denen die Bild- und Tonqualität beeinflusst werden kann. Wenn man das Häkchen neben Sound Quality entfernt wird kein Ton aufgezeichnet. Mit einem Klick auf Advanced gelangt man zu den Erweiterten Einstellungen.
Erweiterte Einstellungen
Hier kann man das Programm genau auf die eigenen Anforderungen abstimmen.

Erweiterte Einstellungen: Dateien und Leistungsmerkmale
Ein Häkchen bei Overwrite Existing Files bewirkt das Dateien beim Abspeichern überschrieben werden. Normalerweise wird einfach eine Zahl an den Dateinamen angehangen, wenn die Datei in die die Aufzeichnung abgespeichert werden soll bereits existiert. Wenn man seine Aufzeichnung z.B. als Aufzeichnung.ogg abspeichern möchte, die Datei aber bereits existiert, wird sie einfach als Aufzeichnung-1.ogg abgespeichert. Working Directory legt fest wo temporäre Daten abgespeichert werden sollen, die während der Aufnahme entstehen. Achtung: Hier können sich bei längeren Aufnahmen schnell mehrere Gigabytes an Daten ansammeln!
Mit Frames per Second wird festgelegt wie viele Einzelbilder pro Sekunde aufgenommen werden sollen. Ist dieser Wert zu niedrig wirkt die Aufnahme ruckelig, höhere Werte beanspruchen allerdings auch mehr Rechenleistung und Speicherplatz. Encode On the Fly bewirkt das das Video bereits während der Aufnahme kodiert also komprimiert und ins Zielformat gewandelt wird. Die Daten werden dann nicht erst zwischengespeichert, allerdings wird dabei sehr viel Rechenleistung benötigt. Mit Zero Compression lässt sich das Komprimieren der temporären Dateien abschalten, dadurch wird Rechenleistung auf Kosten von Speicherplatz eingespart. Um noch mehr Rechenleistung einzusparen kann Quick Subsampling aktiviert werden, dabei werden die Farbinformationen nicht mehr so oft abgetastet, was allerdings zu verschwommenen Farben führt. Wenn man 3D-Programme wie z.B. Spiele aufzeichnen will oder Compiz bzw. KDE 4 verwendet oder sonst irgendwie 3D-beschleunigte Programme laufen hat muss man Full shots at every frame aktivieren. Ansonsten sollte man diese Option nicht aktivieren da sie den Prozessor sehr stark belastet.

Ton und sonstige Einstellungen
Mit Channels kann man einstellen wie viele Audiokanäle die Aufzeichnung haben soll, wenn man ein Mikro als Aufnahmequelle verwendet reicht 1 Kanal. Frequency bestimmt die Abtastrate der Tonaufzeichnung, 22050 Hz reichen für Sprachaufnahmen vollkommen aus, wenn man allerdings auch Musik aufnehmen will sollte man hier lieber 44100 Hz einstellen. Will man ein bestimmtes Gerät für die Tonaufzeichnung verwenden kann man unter Device das ALSA-Gerät (bzw. OSS, aber das benutzt heutzutage eh keiner mehr.
) eintragen das verwendet werden soll.
Alternativ man auch JACK benutzen, dazu macht man einfach ein Häkchen bei Use Jack for audio capture.
Zu den sonstigen Einstellungen. Unter Display kann man eintragen auf welchem “Bildschirm” eigentlich aufgezeichnet werden soll, das ist ganz nützlich wenn man z.B. mehrere X-Server laufen hat. Wichtig: $DISPLAY ist keine Shell-Variable sondern bedeutet einfach nur das der Standardbildschirm verwendet werden soll. Mouse Cursor bestimmt wie der Mauszeiger dargestellt wird. Hier gibt es 4 Möglichkeiten, bei Normal wird der Mauszeiger ganz normal angezeigt und nicht weiter verändert, White bzw. Black zeichnet anstatt des normalen Mauszeigers einen weissen/schwarzen Mauszeiger und mit None wird gar kein Mauszeiger angezeigt.
Eine sehr praktische Funktion ist Follow Mouse, dabei verfolgt der Aufnahmebereich sozusagen die Maus. So muss man nicht den ganzen Bildschirm aufnehmen, kann aber trotzdem alles was man macht in die Aufnahme bringen. Der Mauszeiger ist dabei immer in der Mitte der Aufnahme, außer man kommt an den Bildschirmrand. Aber Vorsicht: Wenn diese Option aktiviert ist wird automatisch auch Full shots at every frame aktiviert. Die MIT-Shm extension sollte immer aktiviert sein, eine Abschaltung dieser Option hat keine Vorteile, es wird nur viel mehr Rechenleistung benötigt. Wenn man das Häkchen bei Include Windows Decorations entfernt werden Titelleiste und Fensterrahmen nicht mit aufgenommen, wenn man den Aufnahmebereich mit der Select Window Schaltfläche begrenzt.
Mit Tooltips lassen sich die kleinen Kurzinfos in den Einstellungen die die Bedeutung der einzelnen Optionen erklärem wenn man mit der Maus über sie fährt an/abschalten. Ist Outline Capture Area On Screen aktiviert wird, wenn nur ein bestimmter Bereich aufgenommen werden soll, ein Rahmen um diesen Bereich gezeichnet, so sieht man immer was noch aufgenommen wird und was nicht. Reset Capture Area sorgt dafür das nach jeder Aufnahme wieder der ganze Bildschirm als Aaufnahmebereich eingestellt wird, will man hintereinander mehrere Aufnahmen desselben Bereichs erstellen kann man diese Option abschalten. Mit Extra-Options lassen sich noch weitere Optionen von der Kommandozeilenversion festlegen, welche es gibt steht in der Manpage.
Auf der Kommandozeile…
Das Programm lässt sich wie schon gesagt auch über die Kommandozeile benutzen. Wie das genau funktioniert steht in der Manpage (man recordmydesktop).
Hier ein kleines Beispiel:
recordmydesktop -fps 20 -o test.ogv
Startet eine Aufnahme vom ganzen Bildschirm mit 20 Bildern pro Sekunde, beenden kann man die Aufnahme mit Strg+C oder Strg+Alt+s. Die Aufnahme wird dann unter test.ogv gespeichert.
Ausgabe umwandeln
Man kann die Aufnahme auch noch mit mencoder in ein anderes Format umwandeln, um Platz zu sparen. Außerdem muss man sie umwandeln wenn man sie unter Windows ansehen will oder z.B. auf YouTube hochladen möchte.
mencoder -idx aufnahme.ogv -ovc lavc -oac mp3lame -o aufnahme.avi

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vielen dank, das ist sehr nützlich gewesen!
Ich verwende den ScreenToaster übers Web. Somit muss ich keine Appliaktion auf meinem Rechner installieren.
Hey Danke, wollte heute starten, aber wusste nicht wie am besten. Naja fange ich morgen mal damit an. Danke für die Anleitung.