Archive unter Linux

Wenn man viele Dateien verschicken oder speichern will empfiehlt es sich sie in eine Datei zu packen und eventuell noch zu komprimieren. Es gibt mittlerweile ziemlich viele Archivformate, wie man die 3 meiner Meinung nach wichtigsten unter Linux verwendet werde ich in dieser kleinen Anleitung erklären.

RAR Archive – unrar

Mit dem Kommandozeilen-Programm unrar lassen sich rar-Archive entpacken, das Erstellen von neuen Archiven bzw. hinzufügen von Dateien zu bestehenden Archiven ist leider nicht möglich.

Installation

Gentoo:

emerge -av unrar

Debian/Ubuntu:

apt-get install unrar

Benutzung

Das Programm ist recht einfach zu bedienen, ein Befehl sieht wie folgt aus:

unrar <Befehl> <Optionen> <Archiv> <Dateien> <Pfad>

Der Befehl gibt an was unrar genau mit dem Archiv anstellen soll, also entpacken, enthaltene Dateien auflisten und so weiter. Die Ausgabe bzw. das Ergebnis lässt sich durch diverse Optionen beeinflussen (Zum Beispiel: Bereits vorhandene Dateien immer überschreiben, dann fragt unrar nicht mehr bei jeder Datei nach). Außerdem kann man festlegen das nur bestimmte Dateien aus dem Archiv entpackt werden, und wohin das Archiv entpackt werden soll (Pfad).

Dateien entpacken:

unrar e archiv.rar

oder, wenn man das Archiv in ein bestimmtes Verzeichnis entpacken will:

unrar e archiv.rar /pfad/zum/zielverzeichnis/

Um auch die Verzeichnisstruktur des Archivs mit zu entpacken wird der Befehl x anstatt dem Befehl e verwendet.

unrar x archiv.rar

Ist eine zu entpackende Datei bereits vorhanden fragt unrar nach ob sie überschrieben werden soll:

Textdatei.txt already exists. Overwrite it ?
[Y]es, [N]o, [A]ll, n[E]ver, [R]ename, [Q]uit

Mit der Option y lässt sich das abschalten, dann überschreibt unrar die Dateien einfach.

unrar e -y archiv.rar

Mit unrar lassen sich auch passwortgeschützte Archive entpacken, liegt ein solches Archiv vor fragt unrar nach dem Passwort. Eine Besonderheit: Das Passwort wird bei der Eingabe nicht angezeigt, auch nicht mit Sternchen.

unrar e passwortgeschuetzt.rar
  UNRAR 3.80 freeware      Copyright (c) 1993-2008 Alexander Roshal
  Extracting from passwortgeschuetzt.rar
  Enter password (will not be echoed) for Noch eine Textdatei.txt:

Das Passwort kann auch direkt mit angegeben werden:

unrar e -ppasswort passwortgeschuetzt.rar

Hierbei muss man allerdings beachten das das Passwort dann natürlich auf dem Bildschirm angezeigt wird und auch (wenn nicht deaktiviert) in der Bash History steht.

Enthaltene Dateien auflisten:

unrar l archiv.rar

Hinweis: Das ist ein kleines L, kein I.
Dieser Befehl zeigt eine Liste aller im Archiv enthaltenen Dateien an, das ist ziemlich praktisch wenn man nicht genau weiß was sich in einem Archiv befindet. Außerdem werden noch diverse Informationen über die Dateien angezeigt, unter anderem die Größe, wie stark sie komprimiert wurden etc.
Will man nur die Dateinamen sehen kann man folgenden Befehl verwenden:

unrar lb archiv.rar

Ein kleiner Tipp: l, bzw. lb listet zwar alle Dateien im Archiv auf, zeigt aber die Verzeichnisstruktur nicht an, um sie auch anzuzeigen kann man v bzw. vb benutzen.

Hilfe/Bedienungsanleitung anzeigen:

unrar --help

TAR, TAR.GZ, TAR.BZ2-Archive – tar

tar ist das meist verwendete Archivformat unter Linux, das dazugehörige Programm “tar” wird eigentlich bei jeder Linux-Distri gleich bei der Installation mitinstalliert, es sollte also bereits vorhanden sein. Tar kommt von tape archiver, denn früher wurden die Archive auf Bandlaufwerken gespeichert. Ein tar-Archiv hat die Endung .tar, üblicherweise wird es allerdings noch komprimiert um Speicherplatz zu sparen, dann ist die Dateiendung meist tar.gz (gzip) oder tar.bz2 (bzip2). Außerdem kann tar auch die Zugriffsrechte von Dateien speichern, sowie Informationen darüber welcher Gruppe/welchem Benutzer eine Datei gehört.

Benutzung

Archiv erstellen:
Um ein unkomprimiertes Tar-Archiv zu erstellen wird folgender Befehl verwendet:

tar -cf archiv.tar <Dateien/Verzeichnisse>

Wenn man das Archiv zusätzlich noch komprimieren möchte kann man zusätzlich noch die Option j für bzip2 oder z für gzip benutzen. Bei gzip geht die Komprimierung/Dekomprimierung schneller, bei bzip2 werden die Dateien kleiner. Die Option v zeigt einem die Dateien noch einmal an die in das Archiv gepackt werden. Mit p wird festgelegt das auch die Zugriffsrechte sowie Besitzer/Gruppe der Dateien mit gespeichert werden.

tar -cpzvf archiv.tar.gz <Dateien/Verzeichnisse>
tar -cpjvf archiv.tar.bz2 <Dateien/Verzeichnisse>

Es ist auch möglich unkomprimierte tar-Archive nachträglich zu komprimieren. Das geht mit den Befehlen gzip/bzip2, bzw. gunzip/bunzip zum Dekomprimieren (ohne das Archiv zu entpacken).

gzip archiv.tar
ls
  archiv.tar.gz

Außerdem kann man mit der Option r zu einem Archiv Dateien nachträglich hinzufügen, bzw. mit der Option d Dateien löschen. Aber: Ist die Datei bereits im Archiv enthalten wird sie trotzdem hinzugefügt! Beim entpacken wird dann zwar die neuere (bzw. zuletzt hinzugefügte) Datei entpackt, aber sie ist trotzdem mehrmals im Archiv vorhanden.

tar -rf archiv.tar datei

Wenn das Archiv komprimiert ist, wird eine Fehlermeldung ausgegeben, denn man muss das Archiv erst mit gunzip/bunzip dekomprimieren um es zu verändern.

Archiv entpacken:
Zum Entpacken wird der Befehl x genutzt. Zusätzlich kann man noch mit -C angeben in welches Verzeichnis die Dateien entpackt werden sollen. Die Option v zeigt wieder an welche Dateien entpackt werden. Außerdem kann man angeben das nur einzelne Dateien aus einem Archiv entpackt werden sollen, dazu gibt man diese einfach nach dem Archiv an.

# gzip-komprimiertes Archiv entpacken, entpackte Dateien anzeigen
tar -xzvf archiv.tar.gz
# bzip-komprimiertes Archiv nach /home/antu entpacken
tar -xjf archiv.tar.bz2 -C /home/antu/
# Nur datei1 aus dem unkomprimierten Archiv archiv.tar entpacken.
tar -xf archiv.tar datei1

Enthaltene Dateien auflisten:
Oft ist es sinnvoll erst mal zu sehen was in einem Archiv drin ist, dazu gibt es folgenden Befehl:

tar -tf archiv.tar

Hilfe anzeigen
Mit tar ist natürlich noch viel mehr möglich, hier hilft die Dokumentation weiter.

man tar
info tar

ZIP-Archive – zip/unzip

Zip-Archive werden hauptsächlich unter Windows verwendet, wenn man also Dateien mit Windows-Benutzern austauschen will empfiehlt sich dieses Format. Auch dieses Programm ist wahrscheinlich schon auf eurem System installiert. :-)

Benutzung

Archive erstellen:
Der Befehl mit dem man ein zip-Archiv erstellt lautet:

zip archiv.zip <Dateien>

Es ist kein Problem wenn archiv.zip bereits existiert, dann werden die Dateien dem Archiv hinzugefügt. Gibt man noch die Option -r an, werden auch Verzeichnisse durchsucht und die Dateien darin hinzugefügt. Achtung: Wenn man Platzhalter (*) benutzt muss man aufpassen, denn z.B. “.*” trifft auch auf .. zu, dadurch würde zip auch das Verzeichnis darüber mitzippen.

Enthaltene Dateien auflisten:
Folgender Befehl listet alle im Archiv enthaltenen Dateien auf:

unzip -l archiv.zip
# Das ist ein kleines L

Archiv entpacken:
Mittels unzip können zip-Archive wieder entpackt werden. Mit dem Parameter d kann man angeben in welches Verzeichnis die Dateien entpackt werden sollen, falls sie nicht im aktuellen Verzeichnis landen sollen. Auch hier kann man wieder einzelne Dateien angeben, falls man nicht das ganze Archiv entpacken will.

unzip archiv.zip
unzip archiv.zip -d /home/antu/
unzip archiv.zip datei1

Um die Hilfe von zip/unzip anzuzeigen gibt man einfach folgendes ein:

man zip
man unzip

Informationen

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Kategorie: Anleitungen, Linux
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